Sonntag, 23. Oktober 2011

Sternstunden in Bayern

Verfasst am 17.05.2011
Nachdem meine letzten anglerischen Ausflüge nicht unbedingt von großem Erfolg gekrönt waren (zumindest was die Qualität der Fische in Bezug auf die Größe betraf), darf ich euch nun wiedermal von einer echten Angel-Sternstunde berichten.

Und zwar war ich vergangenes Wochenende mit meiner Holden am Förchensee in Bayern (Nahe Ruhpolding). Nachdem wir 2010 dieses Gewässer bei strömendem Regen kennenlernen mussten (und ich dazu noch Schneider blieb) war der Wetterbericht für dieses Wochenende… nun ja… sagen wir: besser. Am Freitagnachmittag angekommen spazierten wir wie immer ein bisschen am Gewässer herum und schipperten danach noch gut eine Stunde mit dem Ruderboot auf dem glasklaren See und versuchten unser Glück.

Ich mit einer Naß-, meine bessere Hälfte mit einer Trockenfliege. Dabei lernten wir auch vier Steirerman kennen, die bereits seit einer Woche fliegenfischend mit dem Belly Boat in Bayern ihr Unwesen trieben. Wie so oft ließ der erste Biss ein bisschen auf sich warten, dafür hatte er es absolut in sich. Eine 43er Bachforelle, unglaublich schlank aber trotzdem ein guter Fighter, nahm zum Abendbrot meine Nassfliege und bescherte mir ein mehr als glückliches Grinsen ins Gesicht:






In der Mitte: die Erfolgs-Nassfliege dieses Wochenendes´, 
nach etwa sechs Salmoniden-Bissen schon etwas zerkaut.
Wenig später folgte noch ein kleinerer BaFo-Artgenosse auf dieselbe Fliege, und ja, auch hier war das Grinsen wohl schwer zu verbergen. Da allmählich die Dunkelheit einsetzte, wir unsere Sachen auspacken wollten und außerdem der Magen knurrte warf ich mich in die Ruder und war mit der Ausbeute des  ersten Tag sehr zufrieden.

Tag 2 erinnerte an unseren Förchensee-Aufenthalt in 2010: Regen. Da ich allerdings Verfechter der Ansicht „es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“ bin, ließ ich mich davon nicht beeindrucken und stapfte in Wathose, Regenjacke und vierlagig angezogen zum Ruderboot. Meine Frau zog es hingegen vor noch ein bisschen die Daunen zu bewachen und das bayerische Fernsehprogramm zu inspizieren. Und ganz ehrlich: ich war ein bisschen neidisch, als ich mich in den kalten Nieselregen aufmachte.
Der Lohn für den Regen-Einsatz kam allerdings prompt, innerhalb der ersten 45 Minuten regnete es nicht nur Wasser, sondern scheinbar auch Bachforellen in meinen Kescher… Alle sechs Exemplare dieser dreiviertel Stunde waren wunderschön gezeichnet, der eine oder andere BaFo-Saiblings-Mischling war auch dabei, und alle hatten Längen zwischen 33 und 39 cm. Natürlich verlor ich auch einige dank zu frühem/spätem Anschlag oder anderer Dummheiten, auf alle Fälle war es eine wirklich gute Ausbeute. Gegen Mittag folgte eine Fang-Flaute, die mich allerdings die wunderschöne Umgebung bewundern ließ, zumal allmählich auch der Regen weiterzog und sich ein klarer Nachmittag ankündigte.


Als ich so rauchend im Boot dahinsinnierte, ließ ich meinen Blick schweifen und traute meinen Augen nicht: ein Autobus in Regenbogenforellenform stand direkt neben meinem Boot! Ich hatte tatsächlich noch nie eine ReFo dieser Dimension gesehen! Als ich am Abend die Wirtin darauf ansprach, erklärte sie mir, dass diese Forelle schon viele Angler fast um den Verstand gebracht hat, vor etwa vier Jahren wurde sie einmal gefangen, mittlerweile wird das gute Stück wohl um die 7-8 Kilogramm (!!!!) haben.

Nun denn, durch das gute Wetter ließ sich auch meine Frau aufs Boot locken, und auch bei ihr bissen nun die Salmoniden. Mehrere wunderschöne Regenbogenforellen waren wie einige wilde Drills der Lohn für die nachmittägliche Rückkehr an den See.







Da am Sonntag das Wetter wirklich unausstehlich war, ließ auch ich die Rute Rute sein und wir ließen dieses wunderschöne Wochenende ausklingen und traten den Rückweg an. Da wir dieses Mal zum ersten Mal im „Fischerstüberl“ des Seehauses frühstückten konnten wir auch noch die schöne Schautafel samt Fisch-Präparationen und den vorgeschlagenen Fliegen-Mustern für den Förchensee bewundern. Die Fliegenmuster haben wir zwar etwas spät entdeckt, aber da wir garantiert wiederkommen ist dies halb so wild…

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