Sonntag, 8. Juli 2012

Tackletest: Patagonia Watermaster 2011 Wathose

Die Patagonia Watermaster ist sowohl im Sommer ...
Nur wenig ist beim Fliegenfischen so elementar wie eine gute Wathose. Nicht nur aufgrund der eingeschränkten Wurfweite ist es für Herr und Frau Flugangler unumgänglich den direkten Weg ins Wasser zu suchen. Es ist oftmals auch ein deutlich intensiveres Natur-Erleben was die Waterei so spannend/schön macht.


Gerade in Fließgewässern ist das Gefühl bis zur Hüfte und manchmal auch darüber hinaus direkt im Wasser zu stehen ein schwer beschreibbares, aber wunderschönes. Vor allem FliFi-Rookies machen dabei oft den Fehler sofort so weit als möglich zu waten und vergessen dabei die Tatsache, dass das Gute (= die Fische) oftmals so nah (= direkt am Ufer) liegt, aber das ist eine andere Geschichte.
... als auch im frühen Winter (hier im November) eine gute Wahl.

Nun Gut. Wathosen kosten Geld. Gute Wathosen sogar einiges davon. Aber spätestens wenn man in die Notlage kommt damit schwimmen zu müssen weiß man auch warum. Es reicht aber meistens schon ein Fußmarsch, der mehr als 50-100 Schritte beträgt um die Daseinsberechtigung von hochpreisigen atmungsaktiven Wathosen zu rechtfertigen. Es ist einfach ein Riesen-Unterschied ob dies mit einer PVC-Latzhose mit angeschweißten Gummistiefeln oder mit High-Tech-Hose egal welcher Marke passiert.

Fakt ist, die Wahl für die richtige Wading pant fällt mittlerweile schwer, zig Modelle verschiedenster Hersteller machen es vor allem für den Angel-Nachwuchs schwierig die richtige Wahl zu treffen. Meine Wahl für die Patagonia Watermaster 2011 fiel allerdings relativ einfach. Die erste Regel lautet schließlich und einfach: sie muss passen. Bei einem Körperbau wie meinem (ca. 70 Kilo bei 190 cm Größe) fällt somit ohnehin schon viel durch den Rost, da die meisten Wathosen für mich einfach deutlich zu groß, bzw. zu breit sind. Zweitens ist natürlich der Preis schon auch ein ausschlaggebendes Argument. Im Set mit Watschuhen (der Tackle-Test hierzu folgt in Kürze) um knapp 400 Euro (bezogen hier) stellte sich die - nur gut ein Kilogramm schwere - Patagonia Watermaster 2011 als eindeutig beste Wahl heraus.


Meine Watermaster ist mittlerweile die zweite Saison im Einsatz. Zugegebenerweise recht oft und auch ohne wirkliche Rücksicht auf Verluste. Klettereien gehören für mich eben manchmal ebenso dazu, wie das durchkämpfen durch dichte - mit Dornengestrüpp verwucherte - Auwälder. Gefertigt aus H2No-Stormmaterial ist die Watermaster bislang mit all diesen Prüfungen anstandslos fertig geworden.  Auch für das - oftmals nur sehr schwer mögliche - Erledigen der körperlichen Funktionen haben sich die netten Damen und Herren bei Patagonia etwas einfallen lassen: mittels gefinkeltem Trägersystem ist die Wading pant relativ schnell bis zur Hüfte herunter, dann noch den Watgürtel aufgemacht und schön kann frisch, fromm, fröhlich, frei drauflos gepinkelt werden (ja, ich weiß, natürlich betrifft das nur die männlichen Wathosenträger, es sei mir bitte von der holden Weiblichkeit verziehen).
Copyright: Rudi Heger

Mit einer (nochmals) wasserdichten Brusttasche innen sind auch Telefon, Autoschlüssel, Dokumente und andere wichtige Konsorten doppelt geschützt und lassen einen den FliFi-Tag nochmals mehr genießen, weil man sich um diese Geschichten keine Sorgen mehr machen muss.

Die - von Patagonia vielgepriesenen - integrierten Gravel Guards erfüllen meiner Meinung nach Ihre Aufgabe nicht ganz, hier wurde zum Schutz der Neopren-Füßlinge nochmals mit extra Neopren Gravel Guards nachgerüstet. 

Wenn wir schon beim Thema sind: die 3 Milimeter dicken Neopren-Füßlinge sind bei der Watermaster 2011 wirklich sehr gut gelungen. Keine störenden Nähte die drücken oder zwicken, dafür aber eine abriebfeste und verstärkte Sohle die auch das ein- und ausziehen der Wathose unkomplizierter macht.

Natürlich ist eine Wat-Latzhose bei hochsommerlichen Temperaturen immer so eine Sache. Allerdings macht die atmungsaktive Watermaster auch hier verlässlich ihren Job und ermöglicht (zumindest meistens) schweißfreies Angelvergnügen.

Eigentlich somit alles Pluspunkte für die Watermaster. Klar, es ist keine Simms. Und nochmals klar, sie ist nicht die günstigste am Markt. Aber wer eine qualitativ hochwertige Wathose sucht, und noch dazu auch auf nachhaltige Aspekte der Marke dahinter Wert legt (näheres dazu hier), dem kann ich die Watermaster anstandslos empfehlen.

Auf dem folgenden Video stellt uns ein netter Vertreter des amerikanischen Caddis Fly Shop auch äussert anschaulich die ganze Patagonia Wathosen-Kollektion (selbstverständlich inklusive der Watermaster) vor:


Tight lines,

gue



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