Dienstag, 21. August 2012

Tackletest: St. Croix Imperial #3 7ft.

Trotz des günstigen Preises kommt die Rute im hochwertigen Futteral.
Da eines meiner Hauptreviere beim Fliegenfischen ein stark verwachsener Bach - manchmal sogar Bächlein - ist, und ich diese feine Indianerfischerei sehr gerne mag, war ich schon einige Zeit auf der Suche nach einer geeigneten Bachrute. Die Kriterien waren rasch klar: kurz, leicht und dennoch gut zu werfen um auch mal die einer oder andere zweistellige Meterdistanz zu überwinden.

Nach einiger Recherche fiel die Wahl schließlich auf die St. Croix Imperial in #3 und einer Länge von 7 ft. Der größte amerikanische Rutenproduzent war mir des öfteren aufgefallen, schlussendlich gab aber neben dem guten Preis von knapp 200 € auch das - durchwegs positive - Feedback einiger Angelkollegen den Ausschlag zum Kauf.


Also hieß es warten bis der Postmann zweimal klingelt, und das burgunderrote Rütchen endlich den Weg in mein Rutenarsenal fand. Mit einem farbangeglichenem Futteral wurde die St. Croix geliefert, ganz US-Underdog-Style findet sich auf ebendiesem auch noch der dezente Hinweis, dass dies die "best rods on earth" sind. Naja, nach einem kurze Gedanken an eine Simpsons-Brasilien-Folge, in welcher ich mir Homers T-Shirt-Spruch gemerkt habe wurde die Rute genauer inspiziert.

Mit einer minimalistischen Rolle wirkt die Imperial nochnmals filigraner.
Das im Futteral sogar eine Dose mit Rutenwachs vorhanden war, ist zwar nur ein Nebengeräusch, aber dennoch erwähnenswert, da ich auf derartiges Service einfach stehe. Lieber ein bisschen zu viel als ein bisschen zu wenig dürfte wohl auch die Devise von St. Croix sein.

Diesem Eindruck widerspricht allerdings gleich wieder das Gewicht der Rute:  Mit unglaublichen 67 Gramm ist die Imperial wirklich ein Superfliegengewicht, samt Rolle und Schnur kommt die einsatzfertige #3er-Kombi auf nicht einmal 150 Gramm.

Sauber verarbeiteter Griff.
Das gelungene Rosenholz-Inlay beim Rollenhalter sowie der sauber verarbeitete Korkgriff erhöhte die Vorfreude für die ersten Versuche am Wasser abermals. Das "Auge isst eben mit".  Zudem war ich gespannt, was denn die als "schnell" gekennzeichnete Rute denn nun wirklich so konnte. 

Durch das extrem geringe Gewicht ist mal eines sicher: nämlich stundenlangens ermüdungsfreies Fliegenfischen. Wiewohl die Imperial eine schnelle Rute ist, ist auch die Spitzenaktion als sehr feinfühlig zu bezeichnen. Dies rechnet sich vor allem bei genauen Präsentationswürfen. Und dann, ja dann kam die absolute Stärke der St. Croix ans Tageslicht: bei Rollwürfen (welche ja vor allem in Bereichen mit dichtem Uferbewuchs an der Tagesordnung sind) hatte ich bislang wirklich noch keine bessere Rute in der Hand.  Über beeindruckende Distanzen hinweg kann gerollt, bzw. geschnippt werden, dass es eine Freude ist.

Im Praxis-Test mit Trocken- und Nassfliege.
Natürlich hat die Imperial ihre wahre Stärke allerdings nicht in Distanzwürfen sondern im Nahbereich. Und auch bezüglich der Fliegenwahl empfehlen sich klarerweise kleinere Modelle, welche zudem (bei Nymphen) auch nicht zu schwer gewichtet sein sollen. Befolgt man diese Regeln ist die Fischerei mit der Imperial ein wirklich tolles Erlebnis.

Auch der Drill ist mit dem Leichtgewicht eine feine Sache, immerhin gilt es mit Gerät dieser Größenordnung doch etwas vorsichtiger umzugehen.







Alles in allem ist die St. Croix Imperial eine tolle Bachrute für die feine Fliegenfischerei, welche allerdings (wenn es sein muss) auch größere Distanzen überwinden kann. Mit tollem Preis-Leistungs-Verhältniss und lebenslanger Garantie kann man hier eigentlich wenig falsch machen.

Auf youtube habe ich noch ein (zweigeteiltes) Filmchen gefunden, welches die St. Croix-Produktionsstätte vorstellt. Von dem überschaubaren Englisch des Moderators abgesehen nicht uninteressant:




Weitere Infos zu den St. Croix Imperial-Ruten und dem beeindruckenden Spektrum (bis rauf bis zu Switch-Ruten) gibt es hier.

tight lines,

gue

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