Samstag, 23. Februar 2013

Waddington Shanks - bislang nicht bekannt, aber vielversprechend

Nach dem Tipp eines Anglerkollegens in Österreichs größtem Online-Angelforum habe ich mich nach der Tande-Streamer-Binderei nun gleich noch an einer zweiten neuen Art der Streamerfertigung versucht. Die - bis gestern für mich unbekannten - Waddington Shanks machen es ähnlich einer Tube möglich Streamer mit kurzschenkeligen Haken zu binden. Großer Vorteil: der Fisch kann sich den Haken nicht aus dem Maul hebeln, was ja bei den langschenkeligen Streamerhaken durchaus immer wieder passiert. Mangels samstagabendlicher Alternative habe ich die Teile zwar dennoch mit relativ langen Haken binden müssen, aber die Neugier war einfach größer. Zusätzlich gab es vor dem eigentlichen Bindevorgang noch eine Lage Bleidraht auf die Shanks um rasch auf Tiefe zu kommen. Gebunden wurde in zwei Größen (einmal für Salmoniden, einmal für größere Räuber wie Hecht) Mal sehen wie sich die Teile dann am Wasser machen. Und da die fertig gekauften Unterwasser-Popper ja letztes Jahr sehr gut funktionierten gibt es auch hier ein bisschen Zuwachs in der Streamerbox.Tight lines, gue






Hammer-Time

Da ich sensationeller Weise nächstes Wochenende in die Saison 2013 starten kann, hab ich mich nun nochmal bindetechnisch auf ein paar meiner Lieblingsmuster konzentriert. Eines davon ist ganz klar die Klinkammer, die meiner Erfahrung nach immer sehr gute Ergebnisse bringt. Folgend eine sehr anschauliche und auch gut nachmachbare Video-Bindeanleitung. Der - meiner Meinung nach positive - Unterschied zu einigen anderen Klinkhammer-Anleitungen ist ein eingebundener Kupferdraht in der hinteren Hälfte der Fliege, welcher einerseits als Rippung für das Dubbing dient, andererseits natürlich auch den einen oder anderen optischen Blitzer bietet. Und ja, für die richtige Klinkhammer-Lage (Arsch im Wasser) ist das Drähtlein natürlich auch nicht abträglich. Übrigens, wer keine speziellen Klinkhammer-Haken zur Hand hat: einfach die vordere Hakenhälfte mit einem Feuerzeug erhitzen und mit einer Zange den Knick reinbringen.


Und auch mit meinen Ergebnissen bin ich Grobmotoriker ganz zufrieden. Die Klinkhammer ist halt doch schon ein kleines bisschen anspruchsvoller als Palmer- und Rehhaar-Fliegen.
Hammer-Time am Bindestock.
Tight lines, gue

Dienstag, 19. Februar 2013

Tandemstreamer selfmade

Rehhaar-Trockenfliegen und Foam-Käfer samt Bindechaos.
Nachdem uns der Winter ja scheinbar doch noch ein bisschen in seinem eisigen Griff hält hab ich mich wiedermal an den Bindestock gesetzt.

Einerseits standen simple Rehhaar-Trockenfliegen und Foam-Käfer auf dem Programm, andererseits wollte ich endlich mal die Hecht-Zauberwaffe Tandem-Streamer selbst fertigen.

Montag, 18. Februar 2013

Der Countdown läuft


Northern Pike from Flyfish Europe As on Vimeo.

Ich weiß ja nicht wie es bei euch ist, aber ich bin schon so derartig heiss auf den Saisonstart... Auch wenn die Hechtfischerei noch ein bisschen länger auf sich warten lässt, ja, mit Filmchen wie diesen darf man zumindest schon mal schwärmen...

tl, gue

Dienstag, 12. Februar 2013

quotes (#29)

"What a tourist terms a plague of insects, the fly fisher calls a great hatch." 

Patrick F. McManus

Sonntag, 10. Februar 2013

Buch-Tipp für kalte Winterstunden (pt.10)

Das bunte Quartett für die Fliegenweste.
"Meiiiiiiii ist das/sind die klein." Genau. Eine Reaktion wie man sie als gestandener Mann eigentlich in keiner Lebenslage hören möchte. Aber gut, wenn es in Bezug auf das mit sich herumgetragene Büchlein ist, ist es zumindest verkraftbar. Und ausserdem: die/der vorhin zitierte hatte ja recht. Wenn die vierbändige Serie "Literatur für die Fliegenweste" etwas auf den ersten Blick auf alle Fälle ist, dann klein. Zur Vorstellung: nicht mal Schokaladentafelgroß. Und bunt. Und was in weiterer Folge hinter klein und bunt steht, das erfahrt ihr jetzt.

Meiiiii so klein ...
Die Autoren Stefan Valentin Müller (Band eins) und Frank Möbus (Band zwei, drei und vier) haben also im Kompaktformat Geschichten rund ums Fliegenfischen geschrieben. Während der schreibende Tierarzt Müller in Band eins auf Kurz-Kurzgeschichten (meist nicht länger als ein paar Seiten) setzt, geht Möbus (unter anderem bekannt durch sein Buch "iMago-Erzählungen vom Fliegenfischen") einen etwas längeren Weg und entführt den Leser in den Bänden zwei und vier auf unterhaltsame (und zeitweise sehr phantasievolle) Reisen rund ums Fliegenfischen.

Gut. Das Kurz-Fazit zu den Mini-Büchlein (passt ja irgendwie): Während "Erzählungen vom Fliegenfischen" (Band eins) mich eher grundsätzlich enttäuschten (relativ fad und belanglos) ging es mir mit "Das Angelwunder von Buchstadt an der Simse oder Fliegenfischen macht reich" (Band zwei) und "Quellwasser - eine unheimliche Geschichte für Fliegenfischer (und andere Angler)" (Band vier) ähnlich wie mit dem vorhin angesprochenen Möbus-Buch in Normalgröße. Es ist gut zu lesen, es ist auch unterhaltsam aber irgendwie ist es eben doch sehr deutsch und kommt somit für meinen (ob anspruchsvollen oder degenerierten sei dahingestellt) österreichischen Humor das eine oder andere Mal etwas gequält daher. Eine Ausnahme bildet "Das Fliegenfischer-Forum-Buch Teil 1 - Viele Geschichten jenseits des Anglerlateins" (Band drei), hier ist Möbus quasi der Verleger vieler schreibenden Flugangler, die sich - wenn man der Einleitung glauben kann - im größten deutschsprachigen FliFi-Forum gefunden haben und gemeinsam ein Mini-Buch füllen. Grundsätzlich eine super Idee wie ich finde, allerdings schwankt bei vielen Schreibern natürlich auch die (subjektive) Qualität der Texte von gut bis ... eben weniger gut.

Ob ich - Nomen est omen - direkt am Wasser solche Sachen lesen möchte ist fraglich. Ich für meinen Teil ziehe bei Pausen am Wasser Literatur abseits des Themas Flugangeln vor. Gott hört sich das elitär an, kurz zur Klärung: nein, ich hab nicht jedes Mal am Wasser die Gebrüder Karamasow oder ähnliches dabei.

Naja, wie schon bei der ersten Möbus-Buchsprechung: keine absolute Leseempfehlung aber durchaus netter Lesestoff für die eine oder andere ruhige Stunde.

Tight lines,
gue

Donnerstag, 7. Februar 2013

Ein Fliegenklassiker samt militärischer Erinnerung

Das ist sie, die Jassid.
Alles begann mit einem Bundesheer-Déjà-vu. Das der interessierte Fliegenfischer beim Durchlesen von "Entomologie für Fliegenfischer" bei der besprochenen Fülle an Insekten zwangsläufig am laufenden Band über un- und auch bekannte Fliegenmuster stolpert ist klar. Das eine der (unbekannten) Fliegen scheinbar sehr bekannt sein soll und vor allem für das Ende der Saison als echter Äschenmagnet gehandelt wird ist ja auch noch verkraftbar. Das mich der Name der Fliege prompt an meine Zeit als sturmgewehrtragender Grundwehrdiener, bzw. an meinen damaligen (sozial- und auch in jeder anderen Ausprägung des Lebens) vollkommen unfähigen Ausbilder erinnert, schürt zumindest prompt die Aufmerksamkeit.

Mittwoch, 6. Februar 2013

Buch-Tipp für kalte Winterstunden (pt.9)

Copyright: Ulmer
Ich bewundere Menschen, die sich voll und ganz in ein Thema/Hobby samt dem dazugehörenden Klimbim reinsteigern können und auf ihrem Gebiet über kurz oder lang (meistens zweiteres) dann auch sowas wie Experten werden.. Nun gut, zugegeben, bei chemischen Waffen, harten Drogen oder einem genauen Verständnis der sechsten ukrainischen Fußballliga hält sich meine Bewunderung vielleicht ein bisschen mehr in Grenzen als es bei anderen Sachen (wie zum Beispiel dem Fliegenfischen) ist.

Mit Walter Reisinger, Ernst Bauernfeind und Erhard Loidl haben sich allem Anschein nach drei echte Profis für die Kunde von Insekten (Entomologie) in Hinsicht der fliegenfischereilichen Nutzung gefunden. Hört sich kompliziert an, und ja, zugegeben, ist es irgendwie auch. Vorab aber noch schnell zur Aufgabenteilung der drei Experten: Reisinger betreibt an der Gmundner Traun ein Fliegenfischergeschäft und lieferte die Idee, das Konzept und zeichnet für Manuskript und die Fotos zuständig. Bauernfeind ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Naturhistorischen Museum in Wien und übernahm die fachzoologische Überarbeitung sowie die Endredaktion. Loidl ist in Wien Besitzer eines Flugangelfachgeschäftes, war für die vorkommenden Fliegenmuster zuständig und hat diese bis auf wenige Ausnahmen auch selbst gebunden.

Doku: Eine Treppe für den Fisch

Betrifft uns zwar nicht unmittelbar, aber unter http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/m ... ah509.html findet ihr eine interessante NDR-Doku über Wanderfische an der Elbe sowie Europas größte Fischtreppe kurz nach Hamburg bzw. weitere Aspekte der dortigen Fisch-Situation. Zudem nimmt die Doku bezüglich der zahlreichen Kleinkraftwerke eine ähnlich kritische Haltung ein wie diese Berichterstattung.

lg
gue

Dienstag, 5. Februar 2013

quotes (#28)

"Wenn alles nur Glück ist, warum fangen dann 10 Prozent der Angler 90 Prozent der Fische?"

Brian Hammond

Samstag, 2. Februar 2013

Buch-Tipp für kalte Winterstunden (pt. 8)

Copyright: Fischüberalles.Ch
Wow, bzw. Respekt. Ein sattes und nahezu allumfassendes Werk zum Thema Fliegenfischen mit der Nymphe hat Loop-Teamangler/EFFA-Präsident/Flugangel-Lehrer und-Guide Günter Feuerstein mit "Erfolgreich Nymphenfischen auf Salmoniden - Das neue Lehrbuch für den amibtionierten Fliegenfischer" veröffentlicht. Auf knapp 350 Seiten wird mit Hilfe zahlreicher Bilder und Fotos (in sehr guter Qualität bzw. leicht verständlicher Art und Weise) geht Feuerstein auf jede, wirklich jede erdenkliche Situation betreffend der Nymphenfischerei am FliFi-Gerät ein und lässt den Leser an seinem üppigen Erfahrungsschatz teilhaben.

Zugegeben, die Schreibe von "Erfolgreich Nymphenfischen auf Salmoniden" ist manchmal etwas sperrig und wirkt deshalb teilweise nochmals verkomplizierend, doch wer darüber hinweg sieht (bzw. sich auch durch diese Textpassagen "kämpft"), der bekommt mit dem türkisen Buch einen detaillierten und praxisrelevanten Leitfaden in die - aufgrund der Veränderung des Insektenaufkommens - immer wichtiger werdende Angelei mit Nymphen. Das Buch beginnt mit den Grundlagen über die wichtigsten Nymphe, behandelt danach die Theorie und Praxis des Nymphenfischens sowie die verschiedenen Wurf- und Anbietetechniken für den Fliegenfischer im Fließ- und auch Stillwasser. Auch das richtige Angelgerät sowie einige Tipps und Regeln zum schonenen Drillen und Zurücksetzen finden bei Feuerstein Platz und runden das inhaltliche Angebot thematisch ab.

Meiner Meinung nach eine echte Pflichtletküre, allerdings nicht unbedingt für blutige FliFi-Anfänger. Aber wer dieses Nymphen-Manifest dann tatsächlich auch noch am Wasser umsetzen kann (ich arbeite immer wieder hart daran), der wird mit Sicherheit ein besserer und somit auch erfolgreicherer Nymphenfischer.

Tight lines,

gue