Montag, 23. Dezember 2013

Steigerungsform gesucht (Saisonabschluss)

Am Anfang war das Eis auf der Windschutzscheibe.
Advent Advent, die Schnur die rennt... Habe ich vergangene Woche noch von einem "Fliegenfischen AAA" geschwärmt, brachte die vierte Kerze am Kranz doch tatsächlich noch einmal eine Steigerung, und das auch noch am allerletzten Tag meiner heurigen Fliegenfisch-Saison.

Aber gut, wieder zurück an den Start und ein bisschen logischer erzählt. Es stand also noch ein Tag in 2013 an einem meiner Heimatwasser, der Saalach an um Forelle und Äsche nachzustellen. Und dieser fiel auf den vierten Adventsonntag, welcher mich morgens mit dichtem Nebel und klirrender Kälte empfing.

Aber wie so oft: nur die Harten kommen in den Garten, bzw. zum Fisch und deswegen gab es trotz Kopfweh und latenter Übelkeit (nicht nur die Saalach, sondern auch der Christkindlmarkt-Besuch am Abend zuvor war von schnapsklarer Qualität) keine Ausrede und der Weg ans Wasser wurde angetreten. Wie schon vor einer Woche war wieder ein sehr netter Angelkollege mit von der Partie, dem ich abermals ein kleines Gewässer-Guiding geben durfte, da die Saalach für ihn noch mehr oder minder Neuland, bzw. -wasser ist. Ein Extra-Zuckerl für mich - als eigentlich überzeugten Angel-Solisten - war dabei, dass meine Angelbegleitung zudem stets mit toller Fotoausrüstung am Wasser unterwegs ist, was neben der geteilten Freude über die Fänge auch sensationelle Bilder der Angelsession als Nebenprodukt mit sich brachte.


Sensationelles Wasser mit Ringen, Ringen und ... ja, Ringen.
Soweit so gut, wie erwartet war der Tagesstart bei den frostigen Temperaturen eher mau, mein Angelkollege konnte zwar rasch eine kleine Regenbogen überlisten, aber das wars dann auch erst einmal.  Als sich allerdings das - für winterliche Verhältnisse mit zeitweiligen sonnigen Momenten - schon übliche Fenster um die Mittagsstunden öffnete durften wir abermals Trockenfliegenfischerei der Extraklasse erleben.

Ringe über Ringe auf der Oberfläche, da und dort zeigten die Fische sogar Rücken und/oder Schwanzflosse beim Steigen. Also kleinste Trockenfliegen rauf und ab ging die Post. Dieses Mal war mir Petrus ganz besonders zuteil und ich durfte an ein und demselben Pool wunderschöne Rainbows am laufenden Band fangen. Alle Fische stiegen unglaublich aggressiv, konnten somit auf Sicht angeworfen werden und ließen sich auch von kämpfenden Kollegen im Drill nicht von weiterer Oberflächenaktion abhalten.

Wunderschöne Regenbogenforellen im Akkord.
Was folgte war wirklich ... sensationell. Im Minutentakt klingelte es auf die Trockenfliege, mein Angelfreund kam gar nicht mehr selbst zum Fischen, da er nur mehr mit der Kamera unterwegs war um meine Fänge zu dokumentieren.

Die Höhepunkte des Tages waren zwei unglaublich gut genährte Fische über 40 Zentimeter, die mir nicht nur durch ihre Größe und den wilden Drill mit vielen Sprüngen, sondern vor allem auch durch die wunderbare Zeichnung ein breites Grinsen aufs winterliche Gesicht zauberten. Einfach unglaublich: vierter Advent und Trockenfliegenaction wie bei einem sommerlichen Abendsprung.

Auch mein Angelkollege ließ die Trockenfliege immer wieder segeln und hakte dabei auch die eine oder andere Winter-Äsche, die sich aufgrund gaaaaaaaanz sensibler Bisse allerdings deutlich schwerer überlisten ließen als die Forellen, die wohl eher in der Brachial-Biss-Abteilung angesiedelt waren.

Ü40-Regenbogen und schöne Winter-Äsche.
Angelfreund Fabi beim Keschern.
Der letzte Fisch meiner Saison: kräftig, gut genährt und wunderschön gezeichnet.
Und wenig später beim Release.

Das waren sie nun also, die letzten Fische der Saison. Da ich noch nicht sicher bin, ob ich wieder (wie hier oder auch hier) einen gesonderten Saisonrückblick-Artikel verfassen werde, gibt es hier mal kurz ein paar Eckdaten.

Was für ein Jahr!
- Ich rückte im heurigen Jahr 66 Mal mit der Fliegenrute aus,
- konnte dabei rund 250 Fische von
- neun verschiedenen Spezies in
- drei verschiedenen Ländern und
- zwölf verschiedenen Gewässern fangen.

Das wichtigste jedoch: ich durfte unzählige wunderbare Momente in der Natur erleben, für welche ich wirklich mehr als dankbar bin.

In diesem Sinne wünsche ich euch noch ein paar wunderbare Tage in 2013 und vor allem viel tight lines für 2014!

gue

PS: Selbstverständlich ist aber trotz fehlender Angelzeit in den nächsten Wochen keine Funkstille auf www.gue-flyfishing.com angesagt, das Ende der Angel- ist schließlich ja auch der Anfang der Bindesaison ;-)






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