Dienstag, 15. April 2014

Jahresziel neu definiert

Karpfen auf Fliege - Jahresziel erreicht!
Da sich mein ursprüngliches fischereiliches Jahresziel 2014, der Fang eines Karpfen auf Fliege ja relativ rasch gleich zu Saisonbeginn erfüllt hat (siehe hier und auch hier oder auch ganz einfach am Bild links, bitte um Entschuldigung für die Wiederholung, aber ich kann mich daran nur sehr schwer satt sehen) galt für den ambitionierten Fliegenfischer in mir natürlich nun ein neues Ziel für das Angeljahr zu suchen. Bevor ich nun wieder lang und breit losschwafle: das letzte Wochenende hat mir dabei geholfen. 


Ich war nämlich wieder an einem der für mich schönsten Fliegengewässer Österreichs. Ja, schon wieder. Aber nach dem wunderbaren Angeltag vor einer Woche (Bericht dazu gibt es hier) und einem mehr oder weniger ständigen Pegelchecks während der vergangenen Woche hielt mich Samstagmorgen nichts mehr zu Hause und ich machte mich wieder auf. 

Der Tag verlief ähnlich wie der erste Besuch in diesem Jahr, das Wasser war wunderbar, die Fische bissig wie gewohnt und ja, ab dreiviertel elf Uhr vormittags stand eigentlich nur mehr Trockenfliegenfischerei der Extraklasse am Plan. Die meisten Fische nahmen die Fliege allerdings nicht mit einem sanften Kuss von der Oberfläche, sondern sprangen vehement danach, was natürlich auch das Anglerherz mehr als nur freut und jedes Mal aufs Neue wie wild schlagen ließ.  

Einer der zahlreichen Bullen des vergangenen Samstags.
Highlight waren zwei Regenbogenforellen, welche die 50er Marke knapp durchbrachen. Oder auch nicht, auf das abmessen wurde dieses Mal nicht so viel Wert gelegt, da ich ehrlich gesagt die Fische nicht allzu lange stressen wollte, was bei einem Solo-Angeltag mit dem einen oder anderen Fangfoto ohnehin schon schwer genug ist. 

Kraftpaket + relativ starke Strömung = stetes Hoffen, dass das Material hält.
In diesem Fall tat es das und der Fisch fand nach minutenlangem Drill den Weg in den Kescher.
Wunderbar kräftige und gut genährte Regenbogen auf Trockenfliege.
Und kurz darauf ging es wieder zurück in die  Fluten.
Und halt. Jetzt hab ich gelogen. Die oben genannten Prachtfische waren zwar wirklich wunderbar aber das Highlight des Tages war dann doch etwas anderes. Als ich nämlich mitten in der absoluten Dryfly-Primetime im hüfthohen Wasser stand, sich dank der noch recht kühlen Temperatur von ebendiesem meine unteren Extremitäten mit Krämpfen abwechselten und ich dennoch nicht ans Ufer gehen konnte war etwas passiert.

Ich fing während dieser ein, zwei Stunden wirklich sehr sehr gut, und als ein Angelfreund des Weges kam, war ich ehrlich gesagt auch etwas froh diesen Platz abgeben zu können/müssen und mich kurz aufzuwärmen. Mein Kollege watete also zu mir, ich zeigte ihm noch meine Erfolgsfliege und während er neu anknüpfte warf ich natürlich noch ein bisschen. Vielleicht soll ich dazu sagen, dass sich am gegenüberliegenden Ufer auch noch ein Revieraufseher niederließ um uns ein bisschen zuzusehen. Und plötzlich explodierte das Wasser genau dort wo meine helle Klinkhammer gerade vor sich hin trieb. Anhieb - Wiederstand - irgendetwas Großes wälzte sich an der Wasseroberfläche und aus. Ich war etwas verduzt, und das ist wohl noch untertrieben. Als mir der Revieraufseher von gegenüber noch zurief: "Du weisst jetzt aber schon, dass das eine 70er war, oder?" hielt auch mein Fluch-Hemmungsdamm nicht mehr so ganz stand, und ja, der eine oder andere FSK 18-Ausdruck rutschte wie von selbst über meine Lippen. Eine rund 70 Zentimeter große Regenbogenforelle war also auf meine relative kleine widerhakenlose Trockenfliege gekracht. Das galt es mal zu verarbeiten. Nach einigen panischen Hoffnungswürfen an die gleiche Stelle (selbstredend, dass nichts mehr ging) watete ich  also selbstgeißelnde Verwünschungen murmelnd ans Ufer und versuchte das Bild aus dem Kopf zu bekommen, dass ich gerade die mit Abstand größte Regenbogenforelle meiner Anglerkarriere verloren habe. Da meine Zehen immer noch taub waren humpelte ich zum Aufseher, der mir - natürlich gnadenlos - das Monster im glasklaren Wasser auch noch zeigte. Was ... für ... ein ... Klescher!

So, und jetzt ist es raus. Mein neues Ziel für 2014 ist nochmals eine Forelle dieser Größenordnung zu überlisten - im Idealfall wieder auf Trockenfliege - und sie dann auch in den sicherlich viel zu kleinen Kescher zu bekommen. Hört sich maßlos und übertrieben an? Absolut. Genau so sollen Ziele doch auch sein, oder?

Tight lines, gue

PS: Und nein, natürlich werden jetzt die Karpfen nicht gleich wieder abgehakt, den einen oder anderen Schuppi möchte ich heuer natürlich schon auch noch fangen, das ist klar ;-)



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