Samstag, 23. August 2014

"Ich könnte auch einen Wal schnitzen"

Der US-Amerikaner Mike Jones hat eine ganz eigene Methode entwickelt um die besonderen Fänge eines Angellebens zu verewigen: er ist Fischschnitzer.

Mike Jones mit einigen seiner Kunstwerke.
26 Jahre ist es mittlerweile her, dass dem Fisch-Präparator Mike Jones aus dem US-Bundesstaat Idaho ein Gedanke kam. Es müsste doch auch möglich sein müsste, Fische wohlbehalten wieder in ihr nasses Reich zurückzusetzen und dennoch ein ewiges Andenken für die – in den Staaten deutlich wichtigere als hierzulande – Trophäenwand zu haben. „Ich war immer ein bisschen frustriert, dass ich als Präparator immer stark auf unsere Kunden angewiesen war – wenn ich schlechte Qualität geliefert bekam, waren auch die Fisch-Präparate in der Qualität limitiert“, erklärt Jones die Ursprünge seiner Fischschnitzerei und ergänzt: „ich sah wunderbare Fische in Angelzeitschriften und wollte einfach in der Lage sein all diese Fische naturgetreu und so perfekt wie möglich nachzubilden“.




Dienstag, 19. August 2014

Theorie und Praxis

"Wenn mein Fußballtrainer damals bei der U8 (meist auch als "Superminiknaben", bzw. mittlerweile wahrscheinlich eher "Superminimädchen und -knaben" bekannt) nicht so derartig unfair und asozial gewesen wäre, dann, ja dann würd ich mittlerweile ja ohnehin sicher auch in der Bundesliga spielen." Sätze wie diese sind in nahezu jedem österreichischem Wirtshaus immer wieder mal zu hören. "Der Trainer hat mich nicht richtig gefördert/gefordert", "die Lehrer haben den Stoff nicht richtig vermittelt" (sonst wäre der Doppeldoktortitel längst mahagonigerahmt über dem heimischen Kamin ausgestellt) und überhaupt, überhaupt sind immer wieder gerne die anderen schuld. Da ich weder in meiner "aktiven Zeit" (Supermini- und kurz auch noch Miniknaben ;-) fußballerisch große Ambitionen verspürt habe, noch in der Schule jemals großartige Probleme hatte, dachte ich bei mir, "eigentlich schade, ich kann über niemanden so richtig herzhaft schimpfen, der mir dieses und jenes verbaut hat, warum nicht einfach einen Wurfkurs machen?"

Mittwoch, 6. August 2014

Adrenalinrausch garantiert

Reisemuffel aufgepasst, Sie müssen nicht zwangsläufig nach Schweden oder gar an den sagenumwobenen Innoko River in Alaska um den Fliegenhecht Ihres Lebens zu fangen. Eine provokante Ansage? Na das hoff ich doch stark, immerhin bietet sich genau diese Chance in der wunderschönen Wachau direkt vor den Toren Wiens. Sie glauben mir nicht? Gut, man wächst an seinen Herausforderungen heißt es doch so schön, also lassen Sie sich von mir überzeugen. 

Rund um das Ufer gibt es viel Totholz, sehr hechtverdächtig.
Es geht also in die Wachau, bekannt für Österreichs beste Marillen (Aprikosen), köstlichen Wein, gastfreundliche Menschen und beeindruckende Naturlandschaften, die sich am besten mit dem Fahrrad oder auch dem Wanderstock erkunden lassen. Aber nicht nur das, gut versteckt warten hier nämlich echte Krokodile darauf dem unerschrockenen Fliegenfischer das Adrenalin in die Adern zu pumpen. Am Mystery Lake in der Nähe des kleinen Weinörtchens Thallern bei Krems ist nicht nur der Name mysteriös, auch der Hechtbestand sucht seinesgleichen, sogar Fische über 1,20 Meter und 20 Kilogramm wurden hier schon gefangen (und schwimmen auch wieder). Über die letzten Jahrzehnte hinweg hat sich in dem großzügigen Gewässer inmitten eines naturbelassenen Waldstückes samt Jagdrevier ein sensationeller Fischbestand entwickelt, der von den Pächtern gehegt und gepflegt wird und deswegen auch eine echte Premium-Fischerei auf den Raubfisch Nummer Eins gewährleistet. Aber halt, bevor hier jetzt jemand auch nur ansatzweise an ein mit P beginnendes Unwort im Angeljargon denkt: die Fische springen hier garantiert nicht von selbst in den Kescher und haben auf der rund 10 Hektar großen Wasserfläche auch genügend Rückzugsmöglichkeiten um den Angeltag mehr als nur spannend zu gestalten. Aber dennoch, die Chance auf einen Fliegenhecht jenseits der Metergrenze ist stets da, das ist sicher.

Mit Holzzille und starkem Gerät auf Großhechtpirsch.
Da der Großhechtbestand prächtig wächst und gedeiht (die Schätzung beläuft sich auf weit über 100 kapitale Exemplare) gibt es seitens der Besitzer  einige Grundregeln für das  Hechtangeln um diesen Zustand auch weiterhin  zu halten: 
  • nur mit Guide (resultiert u.a. daraus, das einige Angler in der Vergangenheit von den kapitalen Fischen mitunter ganz einfach überfordert waren)
  • nur mit Einzel- und Schonhaken
  • nur mit Angelgerät, dass auch Großhechten Stand halten kann (im Normalfall ab #9)
Die gewässerkundigen Guides grasen im Rahmen des Angeltages die verschiedenen Spots mit dem Angler ab, helfen bei Erfolg beim Keschern, Vermessen und natürlich bei dem einen oder anderen Fangfoto. Wenn im klaren, meist um die zwei bis fünf Meter tiefen Wasser erst mal ein raubender Hecht ausgemacht wurde, ist Vorsicht angesagt, gerade die kapitalen Exemplare haben schon einiges gesehen, sind naturgemäß skeptisch und haben hier auch ohne uns Angler mehr als genug Nahrungsmöglichkeiten. Wenn dann allerdings tatsächlich ein Esox überlistet wurde, darf man sich auf einen Kampf der Extraklasse einstellen. Die Fische sind gut genährt und kräftig, geben im Drill alles und verzeihen keine Fehler. Sowohl gebrochene Ruten als auch gekappte Stahlvorfächer sind hier absolut im Bereich des Möglichen und passieren immer wieder.

Mit 1,02 Meter der erste Meterhecht des Autors auf Fliege - was für ein Koloss.
Da der Fisch den Streamer insgesamt drei Mal attackierte, floß leider auch etwas Blut, dank Wundversorgung des Guides konnte aber am nächsten Angeltag ebendieser Hecht schon wieder bei einem erfolgreichen Raubzug beobachtet werden.
Um den Fischen allzugroßen Angeldruck zu ersparen ist das Hechtangeln auf die Wochenenden begrenzt, eine rechtzeitige Reservierung bietet sich also an. Wenn dann die Bedingungen stimmen und auch noch die Fische wollen ist Adrenalinrausch garantiert, schon so mancher Angler brauchte nach dem Fang eines kapitalen Zahnfisches erstmal einen beruhigenden Spaziergang bevor weitergeworfen werden konnte. Und ja, ab und an ertönen auch Jubelschreie durch die Wälder und Weinberge und erschrecken die zahlreichen Gänse, Fasane, Schlangen und weiteres Getier - eben wieder ein Angler der den Fang seines Lebens gelandet hat.

Makelloser, gut genährter Hecht aus dem Mystery Lake, knapp unterhalb der Metergrenze.
Die Zeichnung der Schwanzflosse ist nochmals ein Kunstwerk für sich.
Gewässerinfos und Kontakt:
Viele weitere Informationen und auch Kontaktmöglichkeiten gibt es unter www.mystery-lake.at. Ein Tag Hechtfischen inklusive Guide und Boot beläuft sich auf 150 Euro. Rechtzeitige Reservierung wird dringend empfohlen. Bei der Streamerwahl darf ruhig groß gedacht werden, zwischen 15 und 20 Zentimeter Streamer sind keineswegs überdimensioniert. Besonders erfolgreich sind beschwerte bunte Muster mit viel gelb, rot sowie bei Sonnenschein glitzernde Streamer.