Montag, 17. November 2014

Tackletest: Koppenstreamer von Marios Fliegendose

Gleich eine Warnung vorweg: den folgenden Tackletest sollten bitte wirklich nur jene Fliegenfischer lesen, die auch ernsthaft große Forellen überlisten wollen, und zudem über das dementsprechende Angelgerät verfügen. Neugierig gemacht? ;-) Gut, dann los.

Knapp zehn Zentimeter lang und sehr sehr fängig.
Diese Mal geht es also um die Koppenstreamer von Marios Fliegendose (zu finden sind die Teile hier). Mehr oder weniger bin ich darüber per Zufall gestolpert, konnte allerdings - neugierig wie ich bin - nicht darum herum mir ein paar Streamer zu bestellen um diese probieren. Was soll ich sagen, die ersten Versuche waren Himmel und Hölle zugleich. Nahezu jeder Wurf in einen tiefen Wasserbereich nach einer Steinkaskade (ich schätze zwischen drei und fünf Meter, allerdings ist es aufgrund des Weißwassers schwer zu sagen) brachte einen Biss. Da ich allerdings weder für das schwere Streamerfischen - ich hatte an dem Tag meine weiche #5 Rute und lediglich Vorfachmaterial bis Stärke 0,16 dabei, da ich ja eigentlich nur mit der Trockenen fischen wollte - noch für 60+ Fische ausgerüstet war, folgten auf jede ernsthafte Attacke auch prompt Materialprobleme. Da ich zudem natürlich vollkommen baff und auch begeistert von der Resonanz der Flossenträger war, war dummerweise/klarerweise erst Schluss  damit als der dritte und letzte widerhakenlose Streamer verloren ging.  Nach fischbedingten Vorfachbrüchen und auch in die Botanik gepfefferten Großfliegen (Leaderbruch, da ebendieser einfach nicht mit der Wucht der Fliege klar kam) war die Konsequenz mehr als logisch.




Streamerbestellung für Männer.
Eine weitere Bestellung folgte und dieses Mal auch in einer vernünftigen Menge. Als die Streamer ankamen, konnte ich es nicht erwarten sie wieder an ebendiesem Spot zu wässern. Da die Teile zudem upside down (der Haken schaut hier nach oben, nicht nach unten) gebunden sind, ist auch die Hängergefahr überschaubar, was ja ansonsten bei Fliegen dieser Gewichtsklasse immer ein Thema ist.

Am Wasser angekommen war das Spiel das gleiche wie beim ersten Versuch. Allerdings hatte ich dieses mal meine  kräftigere #7 Rute samt Sinktip-Schnur im Gepäck. Somit war das Werfen deutlich einfacher - von schöner Fischerei kann bei solch schweren Brummern sowieso nicht die Rede sein, so ehrlich muss man sein - und auch bezüglich Vorfach hatte ich dieses Mal ernsthaft vorgesorgt. Bereits der erste Wurf brachte Fisch, wenig später hing wieder eine feiste Forelle am Haken.

Wunderbarer Fisch, sauber im Maulwinkel gehakt.
Die vehementen Fluchten ließen nur das Beste erwarten und als ich die Regenbognerin schließlich zum ersten Mal an die Oberfläche brachte wurde der Verdacht bestätigt - ein richtig schöner Brocken von knapp 60 Zentimetern.

Kurz noch zur Führung des Streamers. Im besten Fall ganz koppentypisch schön langsam den Gewässergrund abklopfen, aufgrund des Gewichts funktioniert dies auch bei relativ schneller Strömung. Die Bisse kommen - zumindest meiner Erfahrung nach - eher vorsichtig und alles andere als aggressiv. Aber so kann sich eben auch manch zarter Zupfer als echte Trophy-Trout erweisen, was ja alles andere als nachteilig ist. Sämtliche gefangenen Fische waren zudem supersauber im Maulwinkel gehakt, ob das jetzt am Streamer oder am richtigen Anschlagmoment lag traue ich mich aber nicht zu bestimmen. Wie so oft gilt auch hier meine Empfehlung: Widerhaken andrücken, ich hab auch barbless keinen einzigen Fisch im Drill verloren.

Werferisch darf man sich mit den Koppenstreamern wie gesagt nicht allzu viel erwarten. Hier ist eher Vorsicht geboten, dass der bullige Koppentorpedo nicht den Angler hakt. Also gleiche Devise wie beim Hechtfischen: so wenig Leerwürfe wie möglich und so schnell wie möglich raus damit. Mit 4,50 Euro ist der Streamer sicher keine Occasion, wer aber mit dem richtigen Gerät am Wasser ist, der kann sich durch diese Groß-Forellenfliegen durchaus kapitale Fänge erwarten. Zu kaufen gibt es die künstliche Koppe wie gesagt bei Marios Fliegendose, bzw. unter diesem Link.

Tight lines, gue






Dienstag, 4. November 2014

Buch-Tipp für die ambitionierte Reiseplanung (pt.19)

"Kunstköderfischen auf Waller" von Mario Lange.
Jeder Mensch braucht Ziele. So weit, so unspektakulär.  Für mich ist es hingegen jedes Jahr sehr spektakulär, mich irgendwann in der Kälte des Winters mit einem kleinen Glas Portwein hinzusetzen, mir eine neue Zigarette anzuzünden und darüber nachzudenken, welches fischereiliche Ziel ich mir für das kommende Jahr setze.

Das ursprüngliche Ziel für 2014 war mit dem Fang eines schönen Fliegen-Karpfens ja recht bald erledigt (Berichte dazu gibt es hier, hier und hier) und mit dem Meterhecht sowie der Jurassic-Regenbogen (beides hier nachzulesen) blieben im heurigen Jahr ohnehin recht wenig Wünsche offen.

Aber irgendwas ... Irgendwas würde ich 2015 schon gerne probieren, was ich bislang noch nicht probiert habe. Und dann, dann bin ich über das Buch "Kunstköderfischen auf Waller" von Mario Lange gestolpert. Klar, die DVD "Fliegenfischen auf Waller" von Rudi Heger steht schon länger in meinem Filmregal, allerdings war das was hier auf dem Film zu sehen ist, immer ein bisschen "zu weit weg" für meine fischereilichen Vorstellungen.

Klar strukturiertes Inhaltsverzeichnis.
Mario Lange hat es in dem 123 Seiten fassendem Buch allerdings geschafft mich nun tatsächlich auf die Fliegenfischerei auf den europäischen Wels neugierig zu machen. Klar, zugegeben um das Fliegenfischen geht es erst ab Seite 100, aber Erstens können auch Fliegenfischer aus den 99 Seiten davor einiges mitnehmen (sei es zur Biologie des Wallers, zur optimalen Taktik und Technik oder zum besten Verhalten der Kunstköder), und Zweitens geht er auf den Fliegenfischerseiten wirklich gut ins Detail und lässt nur wenige Fragen offen.

Wunderbarer Goldwaller am Fliegengerät - ein Traum!
Spätestens als Lange unter dem Titel "Goldrausch" auch noch den Fang eines Goldwallers am Fliegengerät beschreibt war es um mich vollends geschehen und ja, ich mach es jetzt offiziell: wenn alles klappt, steht für 2015 der Versuch der Fliegenfischerei auf Waller am Plan. Passend dazu gibt es in "Kunstköderfischen auf Waller" ein eigenes Kapitel mit dem eindeutigen Namen "Gewässer und Reiseziele". Zwecks Chancenmaximierung wird nämlich meinerseits eine Reise an den spanischen Ebro angedacht, um den Süßwassergiganten nachzustellen. Auch für reiswillige Angler bietet Mario Lange zahlriche Tipps und Tricks zur Wallerfischerei abseits der eigenen Hausgewässer.

Kurzum, dass unter www.fliegenfischer.cc um 24,90 Euro bestellbare Buch "Kunstköderfischen auf Waller" bietet viele hilfreiche Informationen für Spinn- und Fliegenfischer, die sich auch gerne mal an etwas größeren Wasserbewohnern messen wollen. Gerade als Neuling auf diesen Zielfisch ist man mit diesem Buch sicherlich sehr gut aufgehoben.

Und wer jetzt immer noch nicht überzeugt ist, dass das Kunstköderfischen auf Wels eine absolute Hammer-Angelegenheit ist, dem sei der Trailer zu "The Trip" empfohlen, einem Film, für welchen Mario Lange und Kollege Andreas Butz im Jahr 2010 mit dem "European Fishing Award" ausgezeichnet wurden.



In diesem Sinne, supertight lines (was anderes ist beim Waller wohl auch gar nicht möglich),
gue

PS: Falls es interessiert, der Artikel über meinen wirklich sensationellen Flyfishing-Trip nach Florida ist am Entstehen, ich bitte noch um etwas Geduld...