Montag, 26. Januar 2015

Buch-Tipp für tropische Träumereien (pt. 22)

High Rollers - Fly fishing for giant tarpon.
Ich bin süchtig. Ich weiß, es mag eine ernüchternde Einsicht sein, aber es ist ganz einfach Fakt. Seitdem ich im vergangenen Herbst in Florida (den Bericht dazu gibt es hier) das erste Mal die Fliegenschnur gewässert habe geht mir die Fliegenfischerei auf Tarpon nicht mehr aus dem Kopf. Was liegt also näher als sich in der tiefverschneiten Heimat sitzend zumindest literarisch mit einem meiner neuen Lieblingsfische zu befassen. Aus diesem Grund landete vor kurzem "High Rollers - Fly Fishing for giant tarpon" von Bill Bishop in meinem Postkasten und ich muss sagen: einfach nur Wow. Selten hat man in einem Buch übers Angeln eine derartige Leidenschaft, ja ich würde sogar schon innige Liebe zu einem speziellen Zielfisch gespürt.


Das umfangreiche Inhaltsverzeichnis.
Bill Bishop ist zweifelsfrei absolut verrückt, wenn es um die Angelei auf den Silver King geht, und das beste daran: er teilt sein unglaublich umfangreiches Wissen mit dem Leser. So ist in "High Rollers" auf 148 Seiten wirklich jeder Aspekt der Fliegenfischerei auf Tarpon in Florida (wichtiger Zusatz, es geht in diesem Buch wirklich ausschließlich um die Fische und Fischerei im Sunshine State) zu finden. Von inhaltlichen "must haves" wie dem richtigen Gerät und den passenden Montagen und Fliegen angefangen gibt Bishop genauso detaillierte Einblicke in die Körpersprache des Tarpon oder das richtige Hakensetzen und Landen der Fische. Im Endeffekt wird der interessierte Fliegenfischer hier vom Entern des Skiff-Boots (auch bezüglich der Bootsauswahl gibt es reichlich Tipps und Hinweise) bis hin zum Fangfoto kompetent begleitet. Sehr angenehm ist dabei zudem die Tatsache, dass Bill Bishop auch ein exzellenter Schreiber und Zeichner ist, und so sehr angenehm mit einer kleinen Seitenanekdote hier und einer wunderbaren Illustrierung da durch die Kapitel führt. 

Wer jetzt allerdings unbedingt nach einem Makel sucht, findet es diesen natürlich auch in "High Rollers".  Als es nämlich am Ende des Buches um Weltrekorde und dergleichen geht, erklärt Bishop relativ uncharmant, dass er stets Tampon und Handtuch mit sich führt, um im Fall eines absoluten Rekordfisches diesen nach dem Abschlagen an allen Körperöffnungen zu verschließen (Handtuch ins Maul, Tampon in andere Ende) damit keine Flüssigkeit und somit Gewicht verloren geht. Mag ja alles gut und recht sein, aber einen kulinarisch ungenießbaren Riesen "nur" wegen eines Rekordes ins Walhalla zu befördern und relativ unschön zu verstöpseln ist eben nicht so meines.

Egal. Fakt ist, dass "High Rollers" wirklich eine absolute Literaturempfehlung für Beginner in die Tarpon-Materie ist, nach dem Lesen dieses Buches bleiben wirklich nahezu keine Fragen mehr offen. Einzig mit multiplem Fernweh muss gerechnet werden. Zu kaufen gibt es das rund 20 Euro teure Buch unter anderem hier

Tight lines, gue




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